PM: Besetzung der Prenzlauer Allee 45 durch Polizeiaktion vorzeitig beendet!

Es war nicht die erste und wird auch nicht die letzte Besetzungsaktion in Berlin in diesem Jahr gewesen sein. Leider hat heute Mittag ein vorzeitiger Einsatz der Bullen verhindert dass wir die knapp 800 qm leerstehenden Wohnraum in der Prenzlauer Allee 45, Berlin Prenzlauer-Berg, längerfristig nutzbar machen konnten. Aktuell befinden wir uns dank funktionierender Notfallpläne in Ruhe und Sicherheit. An dieser Stelle dokumentieren wir eine Pressemitteilung zur Aktion, die eigentlich erst zu einem späteren Zeitpunkt hätte veröffentlicht werden sollen. HOLT EUCH DIE STADT ZURÜCK!

PM:

Wir, eine Gruppe junger Menschen, haben vor einiger Zeit, die leerstehende Gewerbefläche im Erdgeschoss der Prenzlauer Allee 45a besetzt!

Wir reihen uns damit in die Besetzungen dieses Jahres ein, um gegen die neoliberale Wohnungspolitik und den Ausverkauf unserer Stadt zu protestieren. Wir wollen nicht länger auf die falschen Versprechen von Politiker*innen warten, sondern selber tätig werden.

Viele Räumlichkeiten in diesem Gebäude stehen seit Langem leer, teilweise seit 20 Jahren. Angesichts des Wohnungsnotstands in Berlin ein handfester Skandal. Doch vom Eigentümer, der Vandenberg Immoconsult GmbH, ist dies so gewollt. Denn ein leeres Wohnhaus ist mehr wert als eines mit Bewohner*innen. Es handelt sich also um spekulativen Leerstand. Diesen gilt es zu beenden.

Der Geschäftsführer der Firma Vandenberg ist ein stadtbekannter Miethai und Immobilienspekulant: Nedeljko Prodanovic. Dieser erlangte Ende 2011 zweifelhafte Berühmtheit: Aufgrund der sogenannten Schrottimmobilien-Affäre musste der damalige Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz, Michael Braun (CDU), nach nur 12 Tagen im Amt zurücktreten. Er war als Notar für diejenige Immobilienfirma tätig gewesen, die für diese Schrottimmobilien verantwortlich war: GRÜEZI Real Estate AG – ebenfalls eine Firma von Nedeljo Prodanovic.

Trotz Milieuschutz und Zweckentfremdungsverbot hat der Bezirk bisher nichts gegen den jahrelangen Leerstand in der Prenzlauer Allee 45 und 45a unternommen. Jetzt soll es laut dem Bezirk für ein Eingreifen zu spät sein.

Überteuerte Sanierungen (z.B. ein Dachausbau) müssen die Mieter*innen auch fürchten. Bestehende Mängel werden nicht behoben, obwohl diese dem Vermieter mehrmals gemeldet wurden.

Aus Angst vor Verdrängung schlossen sich Hausbewohner*innen zu einer Gemeinschaft zusammen und eine Hausinitiative wurde gegründet. Viele Protestaktionen wurden geplant. Auch Transpis wurden aus dem Haus gehängt um Öffentlichkeit zu schaffen und auf dieses Übel aufmerksam zu machen. Zu lesen war „Hier haben 61 Menschen ein bezahlbares Leben und das ist gut so.“ „Noch“.

Wir wollen einen Schritt weitergehen und diesen Leerstand mit Leben füllen. Es ist für uns unerträglich tatenlos mit anzusehen, wie viele Menschen unter der Wohnungsnot in Berlin leiden, während Investor*innen damit ein riesen Geschäft machen.

Wir fordern:

-Die systematische Entmietung und Vertreibung der verbleibenden Mieter*innen zu stoppen und eine Sicherung der Mietverhältnisse herzustellen

-Von einer weiteren brutalen Räumung abzusehen und stattdessen die Entstehung eines dringend benötigten Freiraumes im Prenzlauer Berg zu akzeptieren.”